West-Zeeuws-Vlaanderen

West Zeeuws-Vlaanderen

Die Region West-Zeeuws-Vlaanderen wird von der Westerschelde und der Nordsee begrenzt und ist ein beliebtes Ziel für Badegäste und Naturfreunde. Zeeuws-Vlaanderen liegt an der Grenze zu Belgien und strahlt aufgrund dessen eine leicht südliche Atmosphäre aus. Dennoch sind die Strände, die Dünen und weiten Polder typisch zeeländisch. Auf einer Wanderung oder Radtour durch West-Zeeuws-Vlaanderen entdeckt man Orte wie das kunstaffine Groede, das kulturhistorische Aardenburg oder das lebensfrohe Sluis, ebenso wie uralte Polder, Deiche, Naturschutzgebiete und endlose Strände.

Geschichte

Im frühen Mittelalter war West-Zeeuws-Vlaanderen Teil des fränkischen Reiches. Die Franken hatten von den Römern die Macht in Frankreich und den südlichen Niederlanden übernommen. Dort wohnten nur wenige Menschen. Aardenburg ist die älteste Stadt in Zeeland. Bei zahlreichen Ausgrabungen wurden vor allem Überreste aus römischen Zeiten gefunden. Die Mönche der Genter St.-Baafs-Abtei errichteten nach 925 die St.-Bavo-Kirche. Im ältesten Teil der Kirche findet man Baumaterial, das vermutlich aus dem römischen Castellum aus den Jahren 175 bis 270 n.Chr. stammt.

Blütezeit

Ohne einen Küstenschutz wurde das Land bei jeder Flut überschwemmt. Das 13. Jahrhundert war die Blütezeit dieser Region. Aus dem Moor, das einst vom Meer überschwemmt gewesen und aufgrund dessen mit Natrium durchtränkt war, konnte durch Verbrennung Salz gewonnen werden. Eine typische wirtschaftliche Aktivität im Mittelalter. Dieses Salz fand vor allem in den flämischen Städten reißenden Absatz. Die Abtragung des Moors hatte jedoch zahlreiche Flutkatastrophen zur Folge, weshalb diese Art der Salzgewinnung 1515 in Zeeland verboten wurde.

Dörfer und Städte

Allmählich wuchsen die Städte. Deiche wurden erhöht und verbessert – erst von Mönchen aus flämischen Abteien, später vom Bürgertum und Privatgesellschaften. Dämme und Schleusen wurden errichtet. Das Land wurde bebaut und brachte viel Geld ein. Schlösser, Bauernhöfe, Brücken, Klöster und Straßen wurden errichtet, neue Niederlassungen wie Cadzand und Groede entstanden. Die Dörfer und Städte in West-Zeeuws-Vlaanderen haben eine bewegte Vergangenheit. Bei Aardenburg und Sint Kruis wurden Spuren der ersten Bauern gefunden, die sich dort niedergelassen hatten.

Steigendes Wasser

Der östliche und der westliche Teil Zeeuws-Vlaanderens wurden durch den alten Meeresarm „De Braakman“ getrennt. Nach der römischen Epoche wurde die Gegend vermutlich ganz oder zumindest teilweise verlassen. Eine Zeit der Überschwemmungen brach an, auf diese Weise entstand ein Wattgebiet. Viele der Dörfer in West-Zeeuws-Vlaanderen waren einst Inseln. Das Gebiet wurde regelmäßig vom steigenden Wasser überschwemmt. Vor allem die St.-Elisabeth-Fluten zu Beginn des 15. Jahrhunderts richteten enorme Schäden an. Zahlreiche Dörfer in West-Zeeuws-Vlaanderen sind in der Vergangenheit im Meer verschwunden.

Staats-Spaanse Linies

Während des Achtzigjährigen Kriegs (1568-1648) bauten die kämpfenden Parteien, das heißt die nördlichen Niederlande und die spanische Krone, eine Reihe von militärischen Verteidigungsanlagen: die Staats-Spaanse Linies – die niederländisch-spanischen Verteidigungslinien. Sie sind auch heute noch in der Landschaft West-Zeeuws-Vlaanderens deutlich zu erkennen. Die Reihe der alten Forts, Festungsanlagen und Deiche kann man gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden.

Provinz Zeeland

Zeeuws-Vlaanderen war bis 1600 ein Teil der Grafschaft Flandern. Bis 1795 wurde die Region als „Staats-Vlaanderen“ von den Generalstaaten der nördlichen Niederlande verwaltet. Im Juli 1814 wurde Zeeuws-Vlaanderen Teil der Provinz Zeeland.

Natur

Überall in West-Zeeuws-Vlaanderen sind Spuren des Kampfes gegen das Wasser zu erkennen, und zwar in Form von Deichen und Prielen bzw. Überresten von Prielen. Charakteristisch für die Region sind die weitläufigen Strände, die hohen Pappeln auf den Deichen, unendliche Wege mit alten Kopfweiden, Feucht- und Salzwiesen, Schlickflächen und Dünen. Die Natur in West-Zeeuws-Vlaanderen wurde größtenteils vom Wasser geformt. Es gibt drei bedeutende Naturschutzgebiete: Het Zwin, De Verdronken Zwarte Polder und Waterdunen.

Vogelparadies

Zwischen Breskens und Groede steht auf dem Seedeich einer der ältesten gusseisernen Leuchttürme der Niederlande, bereits seit 1867 eine markante Erscheinung. Unweit des Leuchtturms findet sich ein Vogelzählposten. Zugvögel auf dem Rückweg von Afrika in den hohen Norden pflegen sich hier auszuruhen und zu sammeln, um anschließend gemeinsam die Westerschelde zu überqueren. Für Vogelliebhaber eine gute Gelegenheit, viele verschiedene Vogelarten zu beobachten.

Erholungspunkte

Waterdunen ist einer der vier sogenannten Erholungspunkte, die im Dünengebiet als Teil des Küstenschutzprojektes angelegt wurden. Deiche und Dünen wurden verstärkt, um einem „Supersturm“ standhalten zu können – einem Sturm, der einmal in 4000 Jahren vorkommen kann. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden mit Natur- und Freizeitelementen kombiniert.

Sie erkennen die Erholungspunkte an den Holzmasten mit weißer Flagge. In Höhe des Naturschutzgebietes Herdijkte Zwarte Polder können Sie von einem Aussichtspunkt über das Meer schauen. Bei Nieuwvliet-Bad liegt ein Spielplatz in den Dünen – beliebt bei Jung und Alt. Bei Groede springt die futuristische Überdachung des Freilichttheaters sofort ins Auge. Ein idealer Stopp für Radfahrer mit Aussichtspunkt zur Land- und zur Seeseite.

Attraktionen

West-Zeeuws-Vlaanderen bietet zahlreiche Erlebnisorte und Attraktionen – oftmals in der gesunden Seeluft. Einen Tag aktiv auf dem Wasser verbringen oder am Strand faulenzen. Vor dem Deich Rad fahren oder an der Küste bzw. durch die weite und abwechslungsreiche Polderlandschaft wandern. In Sluis einkaufen oder sich in einem der vielen Museen über die Regionalgeschichte informieren. Alles ist möglich!

Westerschelde Ferry

Die Westerschelde ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt. Mit der Westerschelde Ferry fahren Sie in einer knappen halben Stunde zwischen den großen Seeschiffen hindurch sicher ans andere Ufer. Bis zur Eröffnung des Westerscheldetunnels 2003 war die Fähre die einzige Verbindung zwischen West-Zeeuws-Vlaanderen und Walcheren. Heutzutage bietet die Fähre für Fußgänger und Radfahrer eine Verbindung zwischen Vlissingen und Breskens und Anschluss an schöne Rad- und Wanderwege in Zeeuws-Vlaanderen. Möwen in der Luft, Sandbänke in der Ferne und die Wellen der Westerschelde, die immer wieder ihre Farbe ändern … Keine Überfahrt gleicht der anderen.